Kantentaster

Kantentaster sind Einstellgeräte, die zum Beispiel bei den gebräuchlichen Verfahren des Zerspanens dem Fräsen zum Einsatz kommen. Bei dieser Bearbeitungsmethode vorwiegend von Metall, aber auch Holz und Kunststoff, wird das Material in die angestrebte Form gebracht, indem äußere Partikel als Späne abgehobelt werden. Mit einem Kantentaster lassen sich die Bezugskante eines Werkstücks oder auch andere Bezugspunkte an dem Werkstück ermitteln, so dass von einem festgelegten Referenzpunkt aus dann Koordinatenbohrungen oder –fräsungen möglich werden.

Genauigkeit mechanischer und elektronischer Kantentaster


Die verschiedenen Grundtypen unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihre Genauigkeit und in der Handhabung. Während ein einfaches mechanisches Modell auf etwa 0,005 mm genau positionieren lässt, erreichen elektronische Kantentaster Genauigkeiten von bis zu 0,002 mm. Die gängigen 2D-Kantentaster beschränken sich auf Messungen an der X- und Y-Achse, moderne 3D-Geräte beziehen auch noch die Z-Achse mit ein.

Funktionsweise des mechanischen Kantentasters


Anwendung des des mechanischen Kantentasters Der Grundtyp des mechanischen Kantentasters besteht aus zwei Zylindern mit einer Federverbindung im Inneren mit der Verbindungsstelle jeweils an der dickeren Seite des Zylinders. Sobald die Spindel der Fräsmaschine in einem Drehzahlbereich von 400-600 U/min rotiert, zeigt sich eine Exzentrizität, d.h. eine Veränderung des Abstands zur Symmetrieachse des unteren Zylinders, der untere Teil läuft also „unrund“ (1). Je weiter der Kantentaster sich dem Zielpunkt nähert, desto runder wird die Drehbewegung, bis die Achsen der Zylinder beinahe zentrisch liegen (2). Ist dieser Punkt überschritten, dreht der untere Zylinder sich seitlich ab (3). Wenn der Zylinderradius nun zu dem erzielten Maß addiert wird, errechnet sich der Punkt, an dem die Achse der Spindel sich genau über der Bezugskante befindet.

Funktionsprinzip des elektronischen Kantentasters mit optischen oder akkustischem Signalgeber


Die Kante wird durch Berührung der Tastkugel mit der Werkstückskante, bei stehender Spindel ermittelt. Trifft der Kantentaster auf die Werkstückskante, so wird ein Stromkreis geschlossen und damit das optische (und akkustische) Signal ausgelöst. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Kantentaster vorsichtig an die Werkstückskante herangeführt werden darf, da die Feder nur bis zu einem gewissen Grad den Aufprall zwischen Kantentaster und Werkstückskante abdämpfen kann.

Beschichtete Kantentaster


Mit Hilfe des Keramiktastkopfes werden statische Aufladungen vermieden und haben eine Härte von bis zu zu 90 HRC. Titanbeschichtete Kantentaster sind sehr hart und unmagnetisch